Archiv nach Kategorie "Mix2"

Der etwas andere Adventskalender

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 4 Dezember, 2008 von julinez

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Unter http://www.macht-auf-die-tuer.de finden sich für die Adventszeit tägliche Mini-Inputs zur Ermutigung, Herausforderung, zum Nachdenken… Ein Adventskalender der besonderen Art. Einfach mal reinschauen!

Alltags-Analogie (Nr. 4): Manchmal muss erst Nacht werden, damit man gut sehen kann.

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 29 Oktober, 2008 von julinez

„Manchmal muss erst Nacht werden, damit man gut sehen kann.“ Ein Widerspruch? Keineswegs. Denn als ich gestern Abend seit längerem mal wieder spät abends durch Heidelbergs Straßen lief, fielen mir Dinge auf, die ich zuvor noch nie wahrgenommen hatte: Straßenschilder, Gebäude…oder dass bei Nordsee so spät abends die Glasvitrinen für Fisch und Co. gereinigt werden…

Es kann manchmal hilfreich sein, wenn es Nacht wird im Leben. Manches erscheint in einem neuen Licht, wird klarer, Dinge organisieren sich neu. So wie in einer dunklen Straße bei Nacht, wird Manches im Leben erst im Dunkeln wirklich sichtbar. Auch wenn einem die Dunkelheit nicht gefallen mag – sie kann eine Zeitlang eine Bereicherung darstellen.

Natürlich wünscht sich keiner die Nacht als Dauerzustand. Und natürlich ist 100%ige Dunkelheit auch nicht mehr hilfreich. Aber sind wir mal ehrlich: manche Lektion im Leben hätten wir ohne die Dunkelheit nicht gelernt. Und so wie ich gestern Nacht Heidelbergs Straßen neu kennen gelernt habe, lernen wir auch im Leben bestimmte wertvolle Aspekte nur in der Dunkelheit kennen. Bei Tag bleiben sie verborgen, unbeachtet. Es stimmt also: „Manchmal muss erst Nacht werden, damit man gut sehen kann.“

Realitätsverlust

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 5 Juni, 2008 von julinez

Bei manchen Profs an der Uni könnte man meinen, dass sie jeglichen Bezug zur Realität verloren haben. Ein Beispiel: Gestern in Methodenlehre (igitt!), meinte mein Prof (super!) nachdem er uns schon eine Weile mit mördermäßigen Formeln, Rumgerechne und Co. geplagt hatte:

Prof (grinsend): „Meine Idealvorstellung ist ja immer, dass sie abends gemütlich am offenen Kamin sitzen und sich diese Sachen hier reinziehen…“

Studenten: Diejenigen, die noch wach waren brechen vor Lachen/Mitleid beinahe zusammen.

Enlarge your circle

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 4 Juni, 2008 von julinez

„Enlarge your circle of inclusion.“ (Joyce Meyer)

Ich bin eine Ex-Exklusive. Zumindest annähernd. Das Reich der Exklusiven gefällt mir nicht mehr. Es ist mir zu eng geworden, zu exklusiv.

Exklusivität ist etwas, das gleichermaßen anziehend und abstoßend wirken kann. Exklusivität sagt „Ich bin etwas Besonderes – und du, die/der du nicht zum Kreis dazu gehörst, eben nicht.“  Wir Menschen wünschen uns, besonders zu sein: besonders gutaussehend, wohlhabend, kreativ, stylisch oder zumindest beliebt, anerkannt, erfolgreich. Und dafür tut man so einiges. Aber Exlusivität hat ihren Preis. Und der geht in zweierlei Richtung: ich schließe mich ein, und Andere aus. Das kann mit der Zeit langweilig, starr und einengend werden. Je exklusiver ich den Kreis um mich herum schließe – da kommen nur Leute rein, die so sind wie ich – desto beklemmender wird es.

Das Ganze ging mir die vergangenen Wochen so auf während in einem Vortrag der Satz fiel „Enlarge your circle of inlcusion.“ Da wusste ich: das ist das, was ich will. Ich will meinen Horizont erweitern, mit Menschen und mir selbst großzügig sein, Andersartigkeit nicht argwönisch betrachten, sondern offen und freundlich auf Andere zugehen können, sie mit in meinen Kreis aufnehmen, auch wenn sie anders ticken oder aussehen als ich mir das vielleicht vorstellen mag.

„Enlarge your circle“ heisst für mich nicht billige Toleranz im Sinne von Gleichgültigkeit, sondern ein weites Herz für Menschen zu bekommen, die bislang nicht zu meinem Kreis gehörten. Das wird beinhalten, dass ich meine bisherigen Einstellungenhinterfrage, bereit bin umzudenken, dazuzulernen und auf Menschen zugehe, die ich lieber draußen lassen würde. Sowas passiert nicht über Nacht, schon klar. Und es mag auch unbequem werden. Aber ich habe gemerkt, dass mein Kreis der Exklusivität einen Veränderung dringend nötig hat – und einen neuen Titel: ExInklusivität.

Jeden Schluck genießen

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 24 Mai, 2008 von julinez

Wieder einmal herrscht in unserer WG die „heiße Phase vor der Prüfung“. Sowohl meine Mitbewohnerin als auch ich haben nächste Woche eine Klausur. Sie im Rahmen ihres Azubi-Abschlusses, ich im Rahmen meiner ersten Diplomprüfungen. Da kann man schon mal den ganzen Tag im Selbstmitleid baden. Sagt man. Aber nicht heute! Nein. Heute wird anders. Denn: heute wird der Tag genutzt, das Positive im Leben zu sehen und sich daran zu freuen. Jawohl. Juchu! Und obwohl heute der Wecker schon früh geklingelt hat, werde ich mich strikt weigern die Selbstmitleidswelle zu reiten. Man hat immer die Wahl. Auch wenn man sonst nichts hat. Ich bestimme meinen Blickwinkel, meine Haltung. Meine Einstellung gehört mir. So isses. Oder wie heisst es so schön:

Halb voll oder halb leer?“ fragt der Kopf.
„Jeden Schluck genießen!“ sagt das Herz.
Friedrich von Bodenstedt (1819-1892)
   

 

Synergie-Effekt

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags , am 22 Mai, 2008 von julinez

Ich mag sie. Diese Geschichte in der Bibel, wo Jesus 5000+ Leute satt macht und das mit 5 Broten und 2 Fischen. Einfach cool, was da alles drin steckt. Nicht, dass die story nicht an sich schon ziemlich abgefahren ist: da sitzen die Leute und hören Jesus zu und als es Abend wird, schlagen die Jünger vor, dass Jesus die Leute in die umliegenden Dörfer schickt, damit sie sich dort was zu essen kaufen. Ist doch eigentlich logisch, oder?! Aber bei Jesus geht es nicht immer „logisch“ zu. Das mag ich ja so an ihm. Aber genau DAS fordert mich auch heraus. Ich mag es eigentlich, meinen Verstand zu gebrauchen. Aber genau der ist hier nicht gefragt. Denn Jesus sagt einfach „Gebt IHR ihnen zu essen.“ Ähm, Problem. Hallo, Jesus, hier sind über 5000 Leute zusammen?!

Und dann tauchen da 5 Brote und 2 Fische auf. Klar, reicht ja locker! Kriegt ja immerhin jeder einen Minikrümel ab! Tolle Idee! Aber – da haben die Leute nicht mit Jesus gerechnet. Wenn ER was vor hat, wird man nicht mit Krümeln abgespeist. Jesus nimmt das bisschen Essen und dankt Gott dafür. Und dann wird verteilt und – oh Wunder – es reicht für alle! Es bleibt sogar noch übrig!!

Was mir aber an der Story am besten gefällt: nicht die Jünger oder sonst jemand war für die wundersame Vermehrung verantwortlich. Das hat JESUS erledigt. Die Kombination aus „Bisschen was da war und zur Verfügung gestellt wurde“+“Jesus“ reicht aus! Wir sind lediglich dazu aufgefordert Jesus unser bisschen anzubieten, was wir haben.

Mich nervt es, wenn jemand sagt – oder noch schlimmer, wenn ich selbst denke: ach, was bringt das Bisschen schon, was ich habe? Was bringt’s schon, wenn ich alleine fairtrade-Bananen kaufe? Oder wenn ich heute der Oma ne Karte schreibe? Was bringt’s wenn ich die Austauschstudentin aus dem Seminar mal miteinlade? Oder mein Brötchen mit dem Obdachlosen in der Hauptstraße teile? Was bringt’s wenn ich den Opa im Altenheim besuche oder nem Freund beim Zimmerrenovieren helfe?… Ich bin nicht für das Potenzial aller Anderen zuständig. Und auch nicht für die „Vermehrung“. Ich bin alleine für meine Ressourcen und Potenziale zuständig. Und es ist allein meine Entscheidung ob ich Jesus das, was ich geben kann auch geben will. Um den Rest kümmert sich dann Jesus selbst. 

Zum Weiterdenken:  Was sind in meiner derzeitigen Situation meine „5 Brote und 2 Fische“? Was kann ich Jesus geben, damit ER es benutzen kann? Trau ich ihm zu, daraus was zu machen? Möchte ich „mein Bisschen“ überhaupt teilen? Wenn nein, wo liegen Hindernisse?

Telefonat mit einem Freund

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 20 Mai, 2008 von julinez

„Hi, schön, dass ich dich erreiche. Wie geht’s dir? Du, muss dir unbedingt was erzählen. Also gestern kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch! Du weisst schon, hab mich doch für diesen Job beworben. Bin mir ja immer noch unsicher ob ich das machen soll?! Was meinst du denn?“

„Ja, also, ich würde…“

„Ach, ich geh einfach hin. Hab ja nichts zu verlieren, oder?! Ich werd ja schon sehen was dann passiert. Natürlich wär’s schon cool, wenn es klappen könnte. Denkst du an mich?“

„Klar. Was ist denn…“

„Du, ich hab grade  nicht so viel Zeit. Wollte ja nur bisschen erzählen. Also wenn das klappen würde, wäre das natürlich n Hammer. Nach so einem Job lecken die Leute sich die Finger. Und wenn ausgerechnet ICH… aber ich will mich auch nicht zu früh freuen. Du kennst dich doch aus in der Branche, was denkst du denn, wie die so drauf sind?“.

„Ich denke…“

„Ach, ist ja auch nicht so wichtig. Ich werd’s nächste Woche dann sehen. Aufgeregt bin ich ja schon. Warum die ausgerechnet mich einladen? Denkst du ich sollte was Schickes anziehen? Oder eher leger? Hm…“

„An deiner Stelle würde ich…“

„Ach, das entscheide ich wohl besser spontan, oder?! Wär natürlich cool wenn du mitkommst und draußen auf mich wartest – hast du Zeit?“.

„Klar, würd ich…“

„Aber das wird schon. Wobei, man hört ja auch manchmal krasse Sachen von solchen Organisationen. Kannst du nicht mal die Lage checken und paar Kontakte spielen lassen?“.

„Also, falls du…“

„Meld dich einfach, ok?! Ich muss jetzt wirklich los. War schön mit dir zu quatschen!“.

„Ja, ich…“

Tut-tut-tut-tut-tut….

Telefonat mit einem Freund - manche nennen es Gebet.

Ein paar Zeilen…

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags , am 18 Mai, 2008 von julinez

…die mich heute beim Singen im Gottesdienst angesprochen haben:

„You placed the stars in the sky and you know them by name.“ (aus „Indescribable“ von Chris Tomlin) Ich liebe Sterne und Sterne gucken und der Gedanke, dass Gott die nicht nur gemacht hat, sondern für jeden Einzelnen nen Namen hat, sprengt meine paar grauen Zellen immer wieder. Gott kennt den Namen von jedem einzelnen Stern. Selbst von denen, die wir Menschen noch überhaupt nicht entdeckt haben. Krass.

„Jesus, Your love has no bounds.“ (aus „Jesus, Lord of heaven“ von Kutless) Mensch, ich wünschte, ich hätte mehr – ich will gar nicht „Liebe“ sagen – aber zumindest mehr Wertschätzung und Achtung für andere Menschen. Zum Beispiel für den verrückten Radfahrer, der mir auf dem Heimweg begegnet ist und mich genervt hat, oder den krass-übergewichtigen Typen, der auf der Straße rumkrakelt hat… Irgendwie zieh ich die Grenzen doch recht schnell. No bounds? Noch n weiter Weg…

 

 

Alltags-Analogie (Nr. 2)

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 13 Mai, 2008 von julinez

Mit dem Kopf durch die Wand – das kann schmerzhaft werden. Spreche da leider aus persönlicher Erfahrung. Sowohl wörtlich als auch bildlich wollte ich Beides schon im Leben. Allerdings ging es meistens nicht gut aus. Meine ersten Erinnerungen gehen da bis in die jüngste Kindheit zurück als ich beim Spielen Kopf voraus durch die Wohnungstür wollte. Autsch.

Und dann beobachte ich während diesen Sommertagen immer wieder (mehr oder weniger fasziniert) diverses Kleinvieh und Krabbelzeug im stundenlangen Kampf gegen die Fensterscheibe. Gleiche Stelle, gleiche Welle. Und das mit unerschütterlicher Ausdauer. Wo ein Wille ist, muss schließlich auch ein Weg sein. Also weiter probieren, irgendwo muss es hier doch rausgehen. Aber leider findet das Sprichwort hier seine Grenzen. Denn nicht immer reicht purer – in diesem Fall tierischer – Wille, Instinkt, Kampfgeist oder ähnliches aus um sich seinen Weg zu bahnen. Und so musste ich auch heute Morgen wieder das Tierchen ins Trinkglas schubsen um es schließlich durch die offene Verandatür in die wohlverdiente Freiheit zu entlassen.

Jetzt zur Analogie: manchmal unterscheiden wir Menschen uns kaum von Wespe, Ameise und Co. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! MUSS ja. Wir meinen, dass unsere Ideen, Vorstellungen, Meinungen etc., die einzig wahren und richtigen seien. Und lieber beißen wir uns die Zähne aus, lassen uns graue Haare wachsen oder reißen uns dieselbigen aus, bevor wir uns von unserem Trip abbringen lassen. Schließlich haben wir das Ziel vor Augen und wissen auch, wie wir dahin kommen wollen. Nämlich mitten durch die Fensterscheibe. Jawohl. Und so fliegen und flattern wir, verbrauchen alle Energie auf die fiesen Widerstände und trotzen jeglichem Anflug von Zweifel der unter Umständen aufkommen mag.  Zumindest ist das bei mir häufig der Fall und ich behaupte einfach mal, dass ich da nicht allein bin auf weiter Flur. Denn allzu häufig sehe ich auch Andere an ihrer Fensterscheibe rumflattern und festkleben.

Zum Nachdenken: Wo habe ich das Gefühl derzeit „festzustecken“? Warum? Bin ich auf dem richtigen Weg in die richtige Richtung? Welche Strategien habe ich bei Problemen angewendet? Wo ist Änderungsbedarf? 

Zeit Zuhause

Veröffentlicht in Mix2 mit Tags am 12 Mai, 2008 von julinez

Ich liebe mein Zuhause im Schwarzwald. Nirgends bin ich meiner Family und der Natur so nahe wie hier. Ich erinnere mich, wie ich in meinen 4 Jahren im Ruhrgebiet meine Freunde und Kollegen immer mal wieder genervt habe mit meinen Schwärmereien über den Süden Deutschlands. Aber ich kann’s nicht ändern. Wenn „Home is where the heart is“ – dann weiß ich wo mein Zuhause ist. Nicht, dass ich mich auch woanders auf der Welt sehr wohl fühlen und das Leben dort genießen und schätzen kann. Aber dieser Tage, wo ich mal wieder mein Zuhause genieße, weiß ich das ganz neu zu schätzen: wie mein Dad am Bahnhof auf mich wartet um mich abzuholen, in der Sonne auf der Terasse sitzen, Raubvögel aus nächster Nähe beobachten, Spaziergänge mit meinem Bruder in Schwarzwaldtälern wo einem stundenlang kein Mensch begegnet, Erzählungen von meiner Oma über alte Zeiten oder einfach das Lächeln von meiner Mum wenn ich morgens die Küche betrete… Natürlich gibt es auch hier Probleme, Krach, schlechtes Wetter oder Stimmung. Aber trotzdem sind Zeiten Zuhause immer eine interessante Mischung aus Alltag und Besonderheit zugleich. Ein Geschenk. Ein Segen. Eben ein Zuhause.