Archiv für Juni, 2009

Zeit ist Geld. Und Geld ist… – was noch mal?

Veröffentlicht in Gemischtes mit Tags am 20 Juni, 2009 von julinez

Heute hat Murat über „Zeit“ gepredigt. Konnte ich gut brauchen! Schließlich sitze ich an der Diplomarbeit und kann fast 100% meiner gesamten Zeit frei einteilen. Einerseits sehr cool, andererseits auch eine Herausforderung. Es gibt ja so viel, was man mit freier Zeit anfangen kann!

Wir alle haben 24h pro Tag, die uns zur Verfügung stehen. Die Frage ist also: womit fülle ich diese 24 Stunden? Die allseits beliebte Aussage „Ich habe keine Zeit“ bedeutet daher viel mehr „Ich habe DAFÜR keine Zeit“ – und sagt uns Vieles über unsere persönlichen Prioritäten. Man hat ja schon für Vieles Zeit, aber eben nicht für Alles. In diesem Sinne mag Zeit vielleicht kein Geld sein, aber dennoch ebenso ein Gut, eine Ressource, die uns anvertraut wird und die es weise zu verwalten gilt.

Schön fand ich vor allem Murats Stories aus dem Alltag: wie erschrocken er war, als eine Nachbarin meinte, dass er häufig sehr gestresst wirkt. Oder wie er an einem Abend den Eindruck hatte, dass Gott ihn – einfach so – zu einem Spaziergang auffordert… Ich stimme Murat zu, wenn er sagt, dass es nicht gut sein kann, wenn wir auf Dauer auf einem Level leben, auf dem wir ständig gestresst und unter Zeitdruck sind. Es kann nicht gut sein, über einen längeren Zeitraum ständig unter Strom zu stehen. Körper, Seele und Geist leiden darunter.  

Wie gut, dass Gott das von Anfang an wusste und sich den Sabbath ausgedacht hat! Eine Ruhepause von all den oft herausfordernden Aufgaben und Terminen, eine Oase zur Erholung und zur Erfrischung von Seele, Körper und Geist. Eine geniale Erfindung Gottes dieser Ruhetag! Der einzige Haken daran: man muss es auch so leben, wenn man davon profitieren will. Sabbath ist dabei nicht die Abwesenheit von Stress, sondern die Idee Gottes, trotz allem Druck einen Tag Pause einzulegen. Eigentlich dumm, wenn man sich dieses Vorrecht entgehen lässt. Aber wir wissen ja: Zeit ist Geld. Und Geld ist bekanntlich Alles. Zumindest solange, bis die Zeit abgelaufen ist und man merkt, dass man sich dummerweise nicht mehr davon kaufen kann…

„God on mute“ – Wenn Gott schweigt.

Veröffentlicht in Gemischtes mit Tags am 17 Juni, 2009 von julinez

Mute2

Die letzten Wochen las ich Pete Greigs Buch „God on mute – Engaging the Silence of Unanswered Prayer“ (Deutsch: „Offline -. Warum antwortest du nicht, Gott?“). 

Pete Greig ist Vielen als einer der Gründer der 24-7-Prayer Community bekannt.  Was jedoch weniger bekannt ist: Petes Frau Samie leidet seit etlichen Jahren an Epilepsie. Bei ihrem ersten Anfall ist Sohn Danny gerade mal sieben Wochen alt. Die Familie steht unter Schock. Niemand weiß, ob sie eine spätere Gehirntumor-OP überleben wird…

Mutig und einfühlsam beschreibt Pete Greig seine Erfahrungen: über den hilflosen Schmerz seine Frau so leiden zu sehen, über die nagende Frage warum Gott kein Wunder schickt, über die Unterstützung zahlreicher Freunde und über seine Erfahrungen mit Gott in dieser oft dunklen Zeit.

Ermutigend und ehrlich versucht er einige Antworten zu finden, versteht es aber auch Offenes offen zu belassen. Auf Seite 6 schreibt er:

„If you are hurting and secretly wondering ‘Where is God?’ and ‘Why has this happened to me?’ and ‘How come my prayers aren’t working?’ then I dedicate this book to you…“.

90 Jahre Leben

Veröffentlicht in 1 am 8 Juni, 2009 von julinez

Heute feiern wir als Familie den 90. Geburtstag meiner Oma. Bereits vor dem Mittagessen ist die halbe Wohnung voll mit Blumensträußen und Glückwunschkarten. Wir danken Gott für unsere Oma und feiern ihr Leben. Oma sitzt dabei happy auf ihrem Sessel und harrt der Dinge, die da kommen. Und kommen werden so Einige: Verwandte, Bekannte, Nachbarn und der Pastor war auch schon da. Und ich denke zurück an Früher, als ich noch bei meinen Eltern und mit Oma unter einem Dach gelebt habe…

Ich habe meiner Oma so Einiges zu verdanken. Dank ihr weiß ich, wie toll es ist, als Kind häufig den Schulranzen zur weit entfernten Bushaltestelle getragen zu bekommen, spät Abends noch Nudeln ans Bett serviert zu kriegen oder mit anderen Leckereien verwöhnt zu werden. Oma hat in ihrem Leben sicher etwa 1 Tonne Nudeln für mich gekocht. Und für die Familie etwa genauso viele Socken gestrickt.

Inzwischen geht das alles nicht mehr. Oma ist zwar noch recht fit aber ihre Beine und Augen wollen nicht mehr so ganz mitmachen. Jetzt läuft Manches andersrum. Wo sie früher für uns verwöhnt hat, sind wir nun an der Reihe sie zu verwöhnen.  Trotzdem kann ich von Oma noch Einiges lernen:  von ihrer Freigiebigkeit, ihrer Freundlichkeit gegenüber anderen Leuten und von ihren Geschichten, die sie von früher erzählt. Wie sie zum Beispiel im kalten Winter zum Tanzabend wanderte und bei der Ankunft das Kleid gefroren war aber sie trotzdem ihren Spaß hatte. Oder wie beeindruckt sie von Opa war, der immer den weiten Weg vom Nachbarort mit dem Fahrrad zu ihr kam. Wie sie es überstand als ein Ackergaul auf ihren Fuß trat oder sie bei kochender Hitze auf’s Feld raus mussten…

Ich höre diese Stories gerne. Es zeigt mir, dass Oma für ihr Leben dankbar ist. Auch wenn nicht alles einfach war.  Oma lässt sich Heute also feiern – Recht hat sie!!!