Heute hat Murat über „Zeit“ gepredigt. Konnte ich gut brauchen! Schließlich sitze ich an der Diplomarbeit und kann fast 100% meiner gesamten Zeit frei einteilen. Einerseits sehr cool, andererseits auch eine Herausforderung. Es gibt ja so viel, was man mit freier Zeit anfangen kann!
Wir alle haben 24h pro Tag, die uns zur Verfügung stehen. Die Frage ist also: womit fülle ich diese 24 Stunden? Die allseits beliebte Aussage „Ich habe keine Zeit“ bedeutet daher viel mehr „Ich habe DAFÜR keine Zeit“ – und sagt uns Vieles über unsere persönlichen Prioritäten. Man hat ja schon für Vieles Zeit, aber eben nicht für Alles. In diesem Sinne mag Zeit vielleicht kein Geld sein, aber dennoch ebenso ein Gut, eine Ressource, die uns anvertraut wird und die es weise zu verwalten gilt.
Schön fand ich vor allem Murats Stories aus dem Alltag: wie erschrocken er war, als eine Nachbarin meinte, dass er häufig sehr gestresst wirkt. Oder wie er an einem Abend den Eindruck hatte, dass Gott ihn – einfach so – zu einem Spaziergang auffordert… Ich stimme Murat zu, wenn er sagt, dass es nicht gut sein kann, wenn wir auf Dauer auf einem Level leben, auf dem wir ständig gestresst und unter Zeitdruck sind. Es kann nicht gut sein, über einen längeren Zeitraum ständig unter Strom zu stehen. Körper, Seele und Geist leiden darunter.
Wie gut, dass Gott das von Anfang an wusste und sich den Sabbath ausgedacht hat! Eine Ruhepause von all den oft herausfordernden Aufgaben und Terminen, eine Oase zur Erholung und zur Erfrischung von Seele, Körper und Geist. Eine geniale Erfindung Gottes dieser Ruhetag! Der einzige Haken daran: man muss es auch so leben, wenn man davon profitieren will. Sabbath ist dabei nicht die Abwesenheit von Stress, sondern die Idee Gottes, trotz allem Druck einen Tag Pause einzulegen. Eigentlich dumm, wenn man sich dieses Vorrecht entgehen lässt. Aber wir wissen ja: Zeit ist Geld. Und Geld ist bekanntlich Alles. Zumindest solange, bis die Zeit abgelaufen ist und man merkt, dass man sich dummerweise nicht mehr davon kaufen kann…
