Alltags-Analogie (Nr.8): Wer mehr wissen will, sollte ab und zu still sein.
Seit Anfang der Woche habe ich fiese Halsschmerzen. Sprechen ist nur unter Schmerzen möglich. Also ist Schweigen angesagt. Und die passende Alltagsanalogie:
Eine Frage, die mich in meiner Beziehung zu Gott derzeit immer wieder beschäftigt, ist diese: Wie gut kenne ich Gottes Herz? Was sich ganz genau hinter dieser Frage verbirgt, mag jeder etwas anders füllen. Für mich bedeutet sie: Wenn ich glaube, dass Gott mich kennt - mit allem Drum und Dran – wie gut kenne ich dann eigentlich IHN so im Vergleich? Oder anders: Ich glaube, dass Gott mein Herz kennt - wieviel aber kenne ich von seinem Herzen? Von seinen Anliegen? Seinen Wünschen, Sehnsüchten..?
Was diese Fragen nun mit meinen Halsschmerzen zu tun haben? Ganz einfach: Halsschmerzen zwingen zum Zuhören. Und Zuhören ist für’s Kennenlernen recht zentral. Das gilt nicht nur für zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch für die Beziehung zu Gott. Wer immer nur redet, kann schwer etwas über den Anderen erfahren. Zuhören ist essentiell wenn ich mehr über mein Gegenüber erfahren möchte. Zuhören ist kein nettes add-on wenn grade noch etwas Zeit übrig geblieben ist. Vielmehr ist es eine Grundvoraussetzung für gegenseitiges Kennenlernen. Wer immer nur redet, bleibt bei sich selbst stehen. Schade eigentlich. Kurz gesagt: wer mehr wissen will, sollte ab und zu mal still sein und einfach zuhören!
Und so wie mich meine Halsschmerzen dieser Tage dazu bringen z.B. am Telefon meinem Gesprächspartner mehr zuzuhören, genauso kann es in meiner Beziehung zu Gott dran sein, Ihn mal mehr zu Wort kommen zu lassen. Um mehr von seinem Herzen zu erfahren. Davon, was Ihm wichtig ist, was Er dieser Tage mit mir teilen möchte.
Gar nicht so easy. Mir persönlich fällt das Reden jedenfalls leichter als das Zuhören. Muss wohl eingeübt werden – das Zuhören. Vielleicht haben die Halsschmerzen ja doch was Gutes…