Synergie hat ihren Preis.

„Das Ganze ist mehr als die Summer seiner Teile.“ (Aristoteles)

Synergie hat ihren Preis. So die erste grundlegende Message, die ich für mich aus meinem Kurzzeitpraktikum mitnehme. Ein Fünftel dieser Zeit liegt nun schon hinter mir und die erste Woche war voll von neuen Eindrücken, neue Leute kennen lernen und erste Aufgaben übernehmen. Scheint interessant zu werden! Gestern durfte ich dann das erste Mal hospitieren: bei einem Führungsmeeting eines großen, weltweiten Verbandes, bei dem es derzeit um Organisationsentwicklungsfragen geht.

Während des meetings, das von meinem derzeitigen Boss moderiert wurde, ging es u.a. um die Verteilung von Kompetenzen – sprich, wer darf und soll was machen, entscheiden etc. Stichworte wie Autonomie, Selbstständigkeit aber auch Zusammenarbeit und Synergie fielen. Mein Boss meinte dann an einem Punkt: “Autonomie und Synergie schließen sich aus.“

Wer autonom sein will, setzt auf völlige Unabhängigkeit. Synergie dagegen entsteht durch Zusammenarbeit, durch Netzwerke, durch Gemeinschaft. Doch Synergie hat ihren Preis. Um durch Zusammenarbeit einen Mehrwert zu gewinnen, ist jeder Einzelne gefraft, ein Stück seiner Autonomie aufzugeben. Nicht seiner Selbstständigkeit, aber seinem Streben nach Unabhängigkeit und Alleingang. 

Und das gilt für Organisationen, Unternehmen und Betriebe, aber auch in der Ehe und jeder anderen Art von Beziehung. Wenn es also im zwischenmenschlichen Bereich grade nicht so glatt läuft, lohnt es sich durchaus mal die Synergiebrille aufzusetzen und sich zu fragen: Synergie hat ihren Preis. Bin ich gewillt ihn zu bezahlen?

Zum Weiterdenken: In welchen Beziehungen, Aufgaben etc. tendiere ich zu Autonomiestreben? Und warum? Wo wünsche ich mir mehr Synergieerleben und was kann ich dazu beitragen? Wo bin ich gefragt zurückzustecken um Synergie zu ermöglichen? Wo bin ich gefragt Grenzen zu setzen um selbstständiger zu werden damit Synergie freigesetzt wird?

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