Alltags-Analogie (Nr. 3): Berufung verfehlt

Gestern sah ich vom Badfenster aus einen recht großen Vogel in einem Baum sitzen. Ich wollte unbedingt sehen, um welchen Raubvogel es sich wohl handelt: Habicht? Ein junger Bussard oder Milan? In unserer Gegend sieht man nämlich alle Drei. Also habe ich gewartet, dass sich das Tier mal in Bewegung setzt, damit ich ihn vielleicht zuordnen kann. Doch leider schien dem Vogel überhaupt nicht nach Bewegung zu sein und schließlich wurde es mir zu dumm und ich gab meine Beobachtungsversuche auf. Er saß einfach nur auf dem Ast fest und dachte nicht ans Fliegen…

Ist es bei uns Menschen nicht genauso?! Unsere wahre Persönlichkeit, Identität, unsere Art, Denk- und Verhaltensweise erkennt man vor allem dann, wenn wir in Action sind. Wer nur rumhockt, nicht in Bewegung ist, ist auch schwer zu „erkennen“. Klar, die Identität bleibt immer diesselbe. Doch nach außen wird es schwer zu sehen sein.

Darüber schrieb schon Jakobus in der Bibel: wenn jemand etwas glaubt, aber das entsprechende Verhalten fehlt, kann derjenige ja viel behaupten. Denn erst wenn wir uns in Bewegung setzten, können Andere erkennen, was wir wirklich sind und glauben. Ein Glaube ohne Taten ist nicht nur tot, sondern auch stinklangweilig. Für mich selbst – und für Andere erst recht. Wie ein genialer Raubvogel, der mega super fliegen kann, aber nur rumhockt. Auf Dauer hätte er damit seine Berufung irgendwie verfehlt. Schade eigentlich.

2 Antworten zu “Alltags-Analogie (Nr. 3): Berufung verfehlt”

  1. Hey Julia
    ich bin begeistert, dass du die Viehcher überhaupt auseinanderhalten kannst. Ich könnte es nicht. Übrigens ein cooler Gedankengang.

  2. [...] Das mißachte ich jetzt einfach mal, um es auszuprobieren mache ich es lieber auf einen Artikel Alltags-Analogie: Berufung verfehlt im Blog von einer Freundin. Und ich kombiniere gleich mal das Schöne mit dem Nützlichen und [...]

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