Archiv für August, 2008

Synergie hat ihren Preis.

Veröffentlicht in 1 am 23 August, 2008 von julinez

„Das Ganze ist mehr als die Summer seiner Teile.“ (Aristoteles)

Synergie hat ihren Preis. So die erste grundlegende Message, die ich für mich aus meinem Kurzzeitpraktikum mitnehme. Ein Fünftel dieser Zeit liegt nun schon hinter mir und die erste Woche war voll von neuen Eindrücken, neue Leute kennen lernen und erste Aufgaben übernehmen. Scheint interessant zu werden! Gestern durfte ich dann das erste Mal hospitieren: bei einem Führungsmeeting eines großen, weltweiten Verbandes, bei dem es derzeit um Organisationsentwicklungsfragen geht.

Während des meetings, das von meinem derzeitigen Boss moderiert wurde, ging es u.a. um die Verteilung von Kompetenzen – sprich, wer darf und soll was machen, entscheiden etc. Stichworte wie Autonomie, Selbstständigkeit aber auch Zusammenarbeit und Synergie fielen. Mein Boss meinte dann an einem Punkt: “Autonomie und Synergie schließen sich aus.“

Wer autonom sein will, setzt auf völlige Unabhängigkeit. Synergie dagegen entsteht durch Zusammenarbeit, durch Netzwerke, durch Gemeinschaft. Doch Synergie hat ihren Preis. Um durch Zusammenarbeit einen Mehrwert zu gewinnen, ist jeder Einzelne gefraft, ein Stück seiner Autonomie aufzugeben. Nicht seiner Selbstständigkeit, aber seinem Streben nach Unabhängigkeit und Alleingang. 

Und das gilt für Organisationen, Unternehmen und Betriebe, aber auch in der Ehe und jeder anderen Art von Beziehung. Wenn es also im zwischenmenschlichen Bereich grade nicht so glatt läuft, lohnt es sich durchaus mal die Synergiebrille aufzusetzen und sich zu fragen: Synergie hat ihren Preis. Bin ich gewillt ihn zu bezahlen?

Zum Weiterdenken: In welchen Beziehungen, Aufgaben etc. tendiere ich zu Autonomiestreben? Und warum? Wo wünsche ich mir mehr Synergieerleben und was kann ich dazu beitragen? Wo bin ich gefragt zurückzustecken um Synergie zu ermöglichen? Wo bin ich gefragt Grenzen zu setzen um selbstständiger zu werden damit Synergie freigesetzt wird?

Rück- & Ausblick

Veröffentlicht in 1 mit Tags am 11 August, 2008 von julinez

Zwei Wochen Urlaub im Schwarzwald bzw. Bayern liegen nun hinter mir.  Tage gefüllt mit Wandern, Relaxen,  Schlemmen, Sonne und Berglandschaft genießen, Zeit mit meiner Family verbringen, unterwegs sein und mal Nichts tun zu dürfen… War super! Danke, Gott!

Und während ich noch dabei bin meinen vollgepackten Reiserucksack auszupacken, heisst es auch schon wieder neu einpacken: denn nächsten Montag startet nun ein weiteres 6-wöchiges Praktikum, das ich diesmal in der Nähe von Hanau  absolviere – bei einem Unternehmen, das sich v.a. dem Bereich „Soziales Kompetenztraining“ widmet. Soll heissen: es geht darum, Menschen zu unterstützen ihr Potential zu entfalten. Und zwar in Bereichen wie Selbst-, Ziel- und Zeitmanagement, Kommunikation, Konfliktumgang oder Führungsqualitäten. Da mich der Bereich der Sozialen Kompetenztrainings mega interessiert und ich mir gut vorstellen kann nach meinem Studium in diese Richtung weiterzugehen, bin ich auf die neuen Erfahrungen schon super gespannt! To be continued…

Alltags-Analogie (Nr. 3): Berufung verfehlt

Veröffentlicht in 1 mit Tags am 1 August, 2008 von julinez

Gestern sah ich vom Badfenster aus einen recht großen Vogel in einem Baum sitzen. Ich wollte unbedingt sehen, um welchen Raubvogel es sich wohl handelt: Habicht? Ein junger Bussard oder Milan? In unserer Gegend sieht man nämlich alle Drei. Also habe ich gewartet, dass sich das Tier mal in Bewegung setzt, damit ich ihn vielleicht zuordnen kann. Doch leider schien dem Vogel überhaupt nicht nach Bewegung zu sein und schließlich wurde es mir zu dumm und ich gab meine Beobachtungsversuche auf. Er saß einfach nur auf dem Ast fest und dachte nicht ans Fliegen…

Ist es bei uns Menschen nicht genauso?! Unsere wahre Persönlichkeit, Identität, unsere Art, Denk- und Verhaltensweise erkennt man vor allem dann, wenn wir in Action sind. Wer nur rumhockt, nicht in Bewegung ist, ist auch schwer zu „erkennen“. Klar, die Identität bleibt immer diesselbe. Doch nach außen wird es schwer zu sehen sein.

Darüber schrieb schon Jakobus in der Bibel: wenn jemand etwas glaubt, aber das entsprechende Verhalten fehlt, kann derjenige ja viel behaupten. Denn erst wenn wir uns in Bewegung setzten, können Andere erkennen, was wir wirklich sind und glauben. Ein Glaube ohne Taten ist nicht nur tot, sondern auch stinklangweilig. Für mich selbst – und für Andere erst recht. Wie ein genialer Raubvogel, der mega super fliegen kann, aber nur rumhockt. Auf Dauer hätte er damit seine Berufung irgendwie verfehlt. Schade eigentlich.