Alltags-Analogie (Nr. 2)
Mit dem Kopf durch die Wand – das kann schmerzhaft werden. Spreche da leider aus persönlicher Erfahrung. Sowohl wörtlich als auch bildlich wollte ich Beides schon im Leben. Allerdings ging es meistens nicht gut aus. Meine ersten Erinnerungen gehen da bis in die jüngste Kindheit zurück als ich beim Spielen Kopf voraus durch die Wohnungstür wollte. Autsch.
Und dann beobachte ich während diesen Sommertagen immer wieder (mehr oder weniger fasziniert) diverses Kleinvieh und Krabbelzeug im stundenlangen Kampf gegen die Fensterscheibe. Gleiche Stelle, gleiche Welle. Und das mit unerschütterlicher Ausdauer. Wo ein Wille ist, muss schließlich auch ein Weg sein. Also weiter probieren, irgendwo muss es hier doch rausgehen. Aber leider findet das Sprichwort hier seine Grenzen. Denn nicht immer reicht purer – in diesem Fall tierischer – Wille, Instinkt, Kampfgeist oder ähnliches aus um sich seinen Weg zu bahnen. Und so musste ich auch heute Morgen wieder das Tierchen ins Trinkglas schubsen um es schließlich durch die offene Verandatür in die wohlverdiente Freiheit zu entlassen.
Jetzt zur Analogie: manchmal unterscheiden wir Menschen uns kaum von Wespe, Ameise und Co. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! MUSS ja. Wir meinen, dass unsere Ideen, Vorstellungen, Meinungen etc., die einzig wahren und richtigen seien. Und lieber beißen wir uns die Zähne aus, lassen uns graue Haare wachsen oder reißen uns dieselbigen aus, bevor wir uns von unserem Trip abbringen lassen. Schließlich haben wir das Ziel vor Augen und wissen auch, wie wir dahin kommen wollen. Nämlich mitten durch die Fensterscheibe. Jawohl. Und so fliegen und flattern wir, verbrauchen alle Energie auf die fiesen Widerstände und trotzen jeglichem Anflug von Zweifel der unter Umständen aufkommen mag. Zumindest ist das bei mir häufig der Fall und ich behaupte einfach mal, dass ich da nicht allein bin auf weiter Flur. Denn allzu häufig sehe ich auch Andere an ihrer Fensterscheibe rumflattern und festkleben.
Zum Nachdenken: Wo habe ich das Gefühl derzeit „festzustecken“? Warum? Bin ich auf dem richtigen Weg in die richtige Richtung? Welche Strategien habe ich bei Problemen angewendet? Wo ist Änderungsbedarf?
Dieser Eintrag wurde am 13 Mai, 2008 um 7:34 erstellt und unter Mix2 mit Tags Alltags-Analogien abgelegt. Du kannst die Antworten auf diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst antworten oder einen Trackback Deiner eigenen Seite veranlassen.