Den Teller ablecken
Wie man den Begriff essbar definiert, mag je nach Situation oder Kultur unterschiedlich gesehen werden, in meinem Wörterbuch ziehen die sich da jedenfalls geschickt aus der Affäre: „… so beschaffen, dass es gegessen werden kann.“ Ah, ja. Nun, einig sind sich die Meisten jedenfalls darüber: der Mensch muss essen, sonst ist es über kurz oder lang vorbei mit ihm.
„Du (Gott) bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.“ (aus Psalm 23)
Und nun steht da in der Bibel: Gott deckt mir den Tisch. Ähm, krass. Oder nicht?! Sicher bedeutet das nicht, dass ich mir nun morgens nicht mehr mein Brot schmieren muss (bzw. darf), aber es heisst: Gott bereitet etwas FÜR MICH vor! Und zwar vor allem und gerade dann, wenn ich eigentlich denke mir geht’s an den Kragen. Wenn ich mich umzingelt fühle, nen mega Stress habe, wenn sich mir der Magen umdreht oder mir der Appetit (sprich-)wörtlich vergehen will. Gerade DANN breitet Gott die Tischdecke aus und sagt: „So, Julia, jetzt setz dich mal. Sieh und genieße, was ich für dich vorbereitet habe! Du wirst staunen.“
Gott ist so genial! Und ich frage mich, wie oft ich es wohl schon verpasst habe mich an diesen Tisch zu setzen?? Vielleicht war ich zu beschäftigt mir eine Kampfstrategie zurechtzulegen oder einen Fluchtplan auszuhecken. Oder ich schlinge alternativ schnell was runter, was ich auf meinem eigenen Tisch grade im Vorbeilaufen noch erwischt habe. Fastfood à la Julia-Art. Da finden sich vielleicht noch eine alte, überreife Banane oder ein Stück kalte Pizza.
Aber manchmal habe ich auch schon an GOTTES Tisch gegessen! Und das war einfach genial! Nicht zuvergleichen. Bei Gott gibt’s immer reichlich von Allem und genau das, was man gerade braucht! Es gibt eine Vielzahl von Geschmäckern, Farben, Formen und Gerüchen… Und manchmal einfach eine Riesenportion von ein- und demselben und man kann so richtig reinhauen. Vergesst „Das perfekte Dinner“ und Co. – wenn Gott selbst den Tisch deckt, leckt man selbst noch den Teller ab.
To think about: Wo ist der „gedeckte Tisch“ in meiner aktuellen Situation? Hat mir Gott etwas angeboten, wovon ich noch nie Gebrauch gemacht habe? Warum nicht?