Nachdem ich gestern Abend im Kreise einiger Freunde ständig als „die Psychologin“ bezeichnet wurde (nein, ich veröffentliche hier keine Namen, Mr. Preacherman!), kann ich mich ja auch heute mal psychologisch austoben und einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen dem „Alltag-Analogisieren“ wie ich’s mal spontan nennen würde. Soll heissen: immer wieder fallen mir einfach so im Alltag kleine oder größere Begebenheiten auf, die ich dann auch auf andere Bereiche in meinem Leben übertrage, anwende, damit vergleiche. Hier ein Beispiel:
Befinde mich gerade in der „heissen Phase“ vor einer Prüfung. Die meisten Prüfungszeiten habe ich bislang als herausfordernd, manchmal auslaugend, manchmal aber auch als positiv-spannend erlebt. Gemeinsam haben sie alle jedoch das Eine: zu keiner anderen Zeit habe ich so intensiv gelernt! Egal ob während, nach oder zwischen den Semestern – die Prüfungszeiten bringen mich zum Hinsitzen, Studieren, Nachdenken, Weiterlesen… Und jetzt kommt die Analogie nach Julia O.: auch sonst im Leben sind Prüfungszeiten wohl Zeiten, wo man am intensivsten lernt und (möglicherweise) seinen höchsten Lernzuwachs erlangt – und wenn er nur darin besteht, dass man die Prüfung vergeigt hat und merkt, dass man von diesem oder jenem Gebiet noch kaum was verstanden hat. Aber Nachsicht ist auch eine Art von Sicht. Auf alle Fälle habe ich neulich gelesen, dass sich im Chinesischen das Wort für „Krise“ (die man in Prüfungszeiten ja leicht bekommen kann) aus den Symbolen „Gefahr“ und „Gelegenheit“ zusammensetzt!
Soweit die Analogie für heute. Manche mögen Alltags-Analogisieren für krankhaft, zwanghaft, neurotisch oder einfach langweilig halten. Mir macht’s nen mega Spaß.