Archiv für Mai, 2007

Hilfe, Monster!

Veröffentlicht in Gemischtes am 1 Mai, 2007 von julinez

Irgendwie mag ich sie. Alltagsgeschichten. Gewöhnliche Begegnungen oder Beobachtungen, die mich zum nachdenken, schmunzeln oder fragen bringen. Im Bus, an der Uni, beim Einkaufen, beim Joggen. So auch heute Morgen.

Gerade als ich auf dem Fußgängerweg um eine Ecke biegen will, läuft da eine Mum mit ihren zwei kleinen Töchtern an der Hand. Niedliche, kleine Mädels mit pechschwarzen Haaren. Alles idyllisch. Doch plötzlich taucht um die Ecke ein Mann mit einem ziemlich großen Hund auf. Für die Mädchen quasi auf Augenhöhe. Ein riesen haariges Monster. Eins der beiden Mädels kreischt wie am Spieß. Die Mum versucht sie zu beruhigen und wieder an die Hand zu nehmen.

Eine winzige Begebenheit. Eigentlich nichts Nennenswertes…

Aber irgendwie hat mich das heute Morgen wie der Blitz getroffen. Monster-Begegnungen. Die gibt es ja in jedem Leben. Und wie verhalte ich mich denn, wenn sich mir so ein „Monster“ in den Weg stellt? Eine Monster-Aufgabe im Beruf, ein monster-ätzendes Verhalten von jemandem den ich mag, ein Finanzmonster, ein monster-herausforderndes Uni-Semester, eine Monsterangst vor einem Gespräch oder ein Krankheitsmonster? Was dann??

Kreische ich auch und lasse die Hand los, die mich eigentlich hält und fühle mich völlig ohnmächtig? Laufe ich weg? Oder bleibe wie angewurzelt stehen? Lahmgelegt. Versteinert. Unfähig zum Denken. Oder versuche ich das Monster wegzudiskutieren? Einfach Augen zu machen, dann wird es schon verschwinden?

Autor John Maxwell meint dazu: „Nothing predicts what we’re going to be like the way we handle problems.“ Oder anders ausgedrückt: Nichts nimmt so viel Einfluss auf mein Leben, wie meine Art auf Monster zu reagieren. Meine Reaktion auf ein Problem beeinflusst maßgebend wie es in meinem Leben weitergeht.

Und da sehe ich also heute Morgen dieses kleine Mädchen und die fürsorgliche Mum, die souverän die Situation meistert und ich weiß: Gott ist genauso. Er hält meine Hand fest. Egal wie groß und fies das Monster vor mir ist. Er lässt mich nicht los. Gott kennt die Monster meines Lebens. Meine Aufgabe besteht lediglich darin, nahe bei ihm – dem Monsterbezwinger – zu bleiben.